In diesem Artikel
- Was die Schweiz von Deutschland unterscheidet: kein Bundesbonus, dafür andere Vorteile
- Die Sparseite: wo ein E-Auto sein Geld zurückholt
- Die Break-even-Rechnung, sauber gemacht
- Was die Rechnung kippt: der Wertverlust
- Drei reale Schweizer Fahrer, drei verschiedene Urteile
- Firmenwagen in der Schweiz: andere Regeln als in Deutschland
- Also, lohnt es sich für Sie? Eine ehrliche Checkliste
- FAQ
- Methodik und Annahmen
- Über den Autor
- Quellen
Lohnt sich ein E-Auto in der Schweiz 2026 wirklich? Die ehrliche Break-even-Rechnung
„Lohnt sich ein E-Auto?" ist eigentlich eine Frage in zwei Mänteln. Da ist die Geldfrage — spart es mehr, als es kostet? — und die Lebensfrage — passt es zu der Art, wie ich tatsächlich fahre und wohne? Die meisten Menschen werfen beides zusammen, bekommen eine trübe Antwort und reden sich entweder ein Auto aus, das ihnen Tausende gespart hätte, oder eines ein, das sie täglich frustriert.
Trennen wir die beiden und legen wir echte Zahlen für die Schweiz 2026 daneben. Die Kurzfassung: Für jemanden mit eigenem Stellplatz, der zu Hause laden kann und das Auto mehrere Jahre behält, lohnt sich ein E-Auto rein wirtschaftlich meist — und zwar deutlich. Für jemanden, der in einer Mietwohnung ohne Lademöglichkeit auf teures Schnellladen angewiesen ist und alle zwei Jahre das Auto wechselt, lohnt es sich oft nicht. Der Rest dieses Textes klärt, welcher Typ Sie sind — und macht die Break-even-Rechnung, damit Sie nach Fakten entscheiden, nicht nach Gefühl.
Was die Schweiz von Deutschland unterscheidet: kein Bundesbonus, dafür andere Vorteile
Man kann „lohnt es sich" nicht beantworten, ohne den wichtigsten Schweizer Sonderfall zu nennen: In der Schweiz gibt es auf Bundesebene keine Kaufprämie für private E-Auto-Käufer. Das ist der grösste Unterschied zu Deutschland (wo der Umweltbonus immerhin bis 2023 lief) und zu Österreich. Wer auf einen nationalen Kaufzuschuss hofft, wird in der Schweiz enttäuscht.
Was der Bund nicht bietet, versuchen einige Kantone teilweise aufzufangen. Die Förderung ist jedoch kantonal geregelt, fragmentiert und zeitlich befristet — es gibt kein einheitliches nationales Programm [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]:
- Kanton Tessin: echte Barprämie — rund CHF 2.000 vom Kanton plus bis zu CHF 2.000 vom Händler (zusammen „bis CHF 4.000"); im Mai 2026 verlängert
- Kanton Basel-Stadt: für Private keine Barprämie, sondern eine 50-%-Reduktion der Motorfahrzeugsteuer für 10 Jahre (max. rund CHF 250/Jahr); eine Kauf-Subvention besteht nur für Unternehmen (Budget Anfang 2026 nahezu ausgeschöpft)
- Kanton Waadt (Vaud): keine Barprämie, sondern rund 90 % Reduktion der Motorfahrzeugsteuer (plus 24 Monate Befreiung für Erstzulassungen nach dem 1.1.2024)
- Kanton Zürich: derzeit keine direkte Kaufprämie, aber vollständige Befreiung von der Motorfahrzeugsteuer für BEV
- Kanton St. Gallen: ab 2026 Effizienzbonus (50 % Rabatt auf Motorfahrzeugsteuer für Kategorie A, 25 % für B)
- Die meisten Kantone: Befreiung von der kantonalen Motorfahrzeugsteuer für reine Elektrofahrzeuge
Auf Bundesebene gilt seit dem 1. Januar 2024 eine einheitliche Automobilsteuer von 4 % auf den Importwert, erhoben durch das BAZG (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit) [SCH1]. Dies ist der Satz für alle Fahrzeuge — Elektroautos sind hier also nicht mehr bevorzugt als früher, aber auch nicht benachteiligt.
Der Einstieg ist günstiger geworden: Kompaktstromer wie Citroën ë-C3, Dacia Spring, Hyundai Inster oder Renault 5 starten in der Schweiz je nach Ausstattung ab rund CHF 22.000–28.000. Herstellerrabatte haben den Aufpreis gegenüber vergleichbaren Verbrennern merklich verringert, auch wenn er weiterhin besteht.
Die Frage lautet also: Übertrifft die laufende Ersparnis den Preisunterschied über die Dauer, die Sie das Auto besitzen?
Die Sparseite: wo ein E-Auto sein Geld zurückholt
Die Ersparnis eines E-Autos hat zwei Töpfe — Energie und Wartung — und einen Abfluss, den Wertverlust. Die ersten beiden muss man klar haben, bevor man urteilt.
Energie. Das ist der grosse Posten, und er hängt vollständig an der Heimladung. Bei einem günstigen Nachttarif in der Schweiz von rund CHF 0,18–0,25/kWh [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ] und einem realen Verbrauch von etwa 18 kWh/100 km kostet ein E-Auto rund CHF 3,20–4,50 pro 100 km; am nationalen ElCom-Durchschnitt von rund CHF 0,31/kWh [ QA: Schweiz-Daten prüfen ] sind es rund CHF 5,60 pro 100 km [S3][SCH3]. Ein vergleichbarer Benziner mit 6,5 Liter/100 km kostet bei rund CHF 1,95 pro Liter [ QA: Schweiz-Daten prüfen ***] rund CHF 12,70 pro 100 km, ein Diesel mit 5,3 Liter gut CHF 10,20 pro 100 km [S4]. Bei durchschnittlichen 15.000 km im Jahr sind das grob CHF 1.100–1.400 Ersparnis pro Jahr allein beim Treibstoff — jedes Jahr, das Sie das Auto besitzen (eigene Berechnung) [S2][S4].
Wartung. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, kein Auspuff, kaum Bremsenverschleiß dank Rekuperation. Der TCS (Touring Club Schweiz) bestätigt, dass Wartung und Reparatur eines E-Autos über die Lebensdauer rund ein Drittel unter einem vergleichbaren Verbrenner liegen [S1]. Rechnen Sie mit weiteren CHF 150–300 Ersparnis pro Jahr.
Dazu kommt ein wesentlicher dauerhafter Vorteil: Die Befreiung von der Motorfahrzeugsteuer (kantonal geregelt, in den meisten Kantonen für BEV) spart je nach Kanton und Fahrzeug rund CHF 100–400 pro Jahr. Da die Schweiz keine THG-Prämie wie Deutschland kennt, entfällt dieser Posten. Zusammen spart ein Halter mit Heimladung grob CHF 1.400–2.100 pro Jahr an laufenden Kosten gegenüber einem Benziner (eigene Berechnung, [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]) [S1][S2]. Das ist der Motor der Amortisation.
Die Break-even-Rechnung, sauber gemacht
So rechnen Sie tatsächlich aus, ob es sich lohnt, statt auf das Bauchgefühl zu vertrauen — in drei Schritten:
Schritt 1: Den realen Aufpreis finden. Nehmen Sie den Kaufpreis des E-Autos nach Rabatten und allfälliger kantonaler Förderung, addieren Sie Ihre Wallbox-Installation (typisch CHF 800–2.500, einmalig, je nach Anbieter und Hausinstallation) [S9] und ziehen Sie den Preis des Verbrenners ab, den Sie sonst gekauft hätten. Das ist Ihr echter Aufpreis. Bei den aktuellen Rabatten und kantonalen Subventionen liegt er oft bei CHF 2.000–7.000, bei stark geförderten Modellen in Kantonen wie Tessin teils deutlich tiefer.
Schritt 2: Die jährliche Ersparnis finden. Setzen Sie CHF 1.400–2.100 an, wenn Sie zu Hause laden und durchschnittlich fahren; mehr, wenn Sie viel fahren oder hohe Treibstoffpreise zahlen, weniger, wenn nicht [S2][SCH3].
Schritt 3: Teilen. Aufpreis ÷ jährliche Ersparnis = Amortisation in Jahren.
Ein durchgerechnetes Beispiel. Das E-Auto kostet nach Rabatten, kantonaler Förderung und Wallbox netto CHF 5.000 mehr als der Verbrenner, und Sie sparen CHF 1.600 pro Jahr. Die Amortisation liegt bei rund drei Jahren und zwei Monaten — und danach sparen Sie jedes Jahr weitere CHF 1.600. Über eine Haltedauer von sieben Jahren sind das grob CHF 11.200 kumulierte Ersparnis gegen CHF 5.000 Aufpreis. Lohnt sich, eindeutig (eigene Berechnung).
Nun drehen wir es um. Können Sie zu Hause nicht laden und sind auf öffentliches DC-Schnellladen angewiesen, sieht die Rechnung anders aus: BKW MOVE und evpass verlangen in der Schweiz rund CHF 0,55–0,65 pro kWh, IONITY bis zu CHF 0,69 pro kWh [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] [SCH4][SCH5]. Das ergibt rund CHF 10–12 pro 100 km — kaum weniger als Benzin — und die Stromersparnis verschwindet weitgehend. Der Aufpreis amortisiert sich nie. Gleiches Auto, gegenteiliges Urteil. Der Stellplatz entscheidet.
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Was die Rechnung kippt: der Wertverlust
Sieht die Break-even-Rechnung gut aus, ist der Wertverlust das Sternchen, das sie leise zunichtemachen kann — also kalkulieren Sie ihn ehrlich ein.
E-Autos verlieren im Schnitt noch immer schneller an Wert als Verbrenner. Viele verlieren in drei Jahren 50–60 % ihres Werts gegenüber 40–50 % bei vergleichbaren Verbrennern und rund 60 % über fünf Jahre [S8]. Wer neu kauft und nach zwei oder drei Jahren verkauft, dessen steiler Frühverfall kann die Strom- und Wartungsersparnis komplett auffressen. Das ist der eigentliche Grund, warum sich ein E-Auto für häufige Wechsler nicht „lohnen" kann.
Zwei Wege, das zu entschärfen. Erstens: das Auto länger halten — fünf bis sieben Jahre und mehr —, damit sich die laufende Ersparnis aufsummiert und Sie über den schlimmsten Teil der Wertverlustkurve hinwegfahren. Zweitens: ein Modell wählen, das der Gebrauchtmarkt wirklich will: Ein Tesla Model 3 oder Hyundai Ioniq 5 hält den Wert weit besser als ein günstiger Kleinstromer mit wenig Reichweite [S8]. Oder umgehen Sie es ganz, indem Sie einen zwei bis drei Jahre alten gebrauchten Stromer kaufen: Der Erstbesitzer trägt den Wertverlust, während Sie dieselbe Energieersparnis auf einem Auto einfahren, dessen Batterie laut Flottendaten kaum verschlissen ist [S10].
Drei reale Schweizer Fahrer, drei verschiedene Urteile
Die Rechnung bleibt abstrakt, bis man eine Person hinters Steuer setzt. Hier sind drei typische Profile und wie die Zahlen für jedes tatsächlich landen.
Die Eigenheimbesitzerin im Mittelland, 20.000 km/Jahr, behält Autos acht Jahre. Lädt nachts zu rund CHF 0,20/kWh auf einem Nachttarif ihrer lokalen Versorgerin — etwa EKZ, BKW oder CKW. Die Energieersparnis drückt Richtung CHF 1.300 pro Jahr, Wartung und Motorfahrzeugsteuer-Befreiung legen einige Hundert Franken drauf, und die lange Haltedauer fährt über den Wertverlust hinweg. Netto-Aufpreis vielleicht CHF 5.000 nach Rabatten und kantonaler Förderung. Diese Fahrerin amortisiert in rund drei Jahren und legt über die Haltedauer einen fünfstelligen CHF-Betrag zur Seite. Für sie lohnt sich ein E-Auto nicht nur — es ist die offensichtliche finanzielle Wahl [S1][S2].
Der Stadtmieter in Zürich, 12.000 km/Jahr, keine Heimladung. Angewiesen auf öffentliches DC-Schnellladen zu rund CHF 0,55–0,65/kWh, also rund CHF 10–12 pro 100 km — praktisch Benzinpreise [SCH4]. Der Aufpreis amortisiert sich beim Treibstoff nie, und der Wertverlust gilt trotzdem. Findet er nicht zuverlässiges, günstiges Laden am Arbeitsplatz, ergibt ein E-Auto für ihn finanziell noch keinen Sinn. Ein Hybrid ist der klügere Kauf, bis sich seine Ladesituation ändert.
Der Leasing-Wechsler in Basel, durchschnittliche Fahrleistung, Heimladung. Spart bei Energie und Wartung, schluckt aber den brutalen Wertverlust der ersten drei Jahre, der E-Autos am härtesten trifft [S8]. Die laufenden Vorteile können einen Wertverlust von über 50 % bei so kurzer Haltedauer nicht einholen. Für ihn kann das Leasing eines stark rabattierten E-Autos funktionieren, aber kaufen, um schnell wieder zu verkaufen, meist nicht. Er wäre gut beraten, die kantonale Förderung in Basel-Stadt zu prüfen, wenn er doch kauft — wobei das für Private keine Barprämie ist, sondern eine 50-%-Reduktion der Motorfahrzeugsteuer über 10 Jahre [SCH2].
Sehen Sie das Muster? Gleiche Technik, gleiche Preise, drei verschiedene Antworten — bestimmt durch Heimladung und Haltedauer, nicht durch irgendetwas am Auto selbst.
Firmenwagen in der Schweiz: andere Regeln als in Deutschland
Ein kurzer Hinweis für Firmenwagenfahrer: Die Schweiz kennt keine direkte Entsprechung zur deutschen 0,25-%-Regel für BEV. Die Dienstwagenbesteuerung ist kantonal geregelt und richtet sich nach dem Lohnausweis. In den meisten Kantonen wird ein Anteil des Fahrzeugwerts als geldwerter Vorteil angerechnet — ob das Auto ein E-Auto oder ein Verbrenner ist, spielt steuerlich meist eine untergeordnete Rolle, kann aber je nach Kanton leicht abweichen. Lassen Sie sich vom Steuerberater oder der Steuerverwaltung Ihres Kantons beraten. Die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung für BEV gilt hingegen auch für Firmenfahrzeuge.
Also, lohnt es sich für Sie? Eine ehrliche Checkliste
Streicht man das Rauschen, läuft es auf wenige Ja-Nein-Fragen hinaus — zählen Sie Ihre Antworten:
- Können Sie zuverlässig zu Hause laden (oder günstig bei der Arbeit)? Das ist die grosse Frage. Ein Ja ist der Grossteil des „lohnt sich".
- Behalten Sie das Auto fünf Jahre und länger? Lange Haltedauern schlagen den E-Auto-Wertverlust; kurze nicht.
- Fahren Sie durchschnittlich oder mehr (über 12.000 km/Jahr)? Mehr Kilometer bedeuten mehr Energieersparnis pro Jahr, schnellere Amortisation.
- Sind Ihre lokalen Treibstoffpreise hoch und Ihr Stromtarif günstig? Das vergrössert den Abstand zugunsten des E-Autos — in der Schweiz sind die Unterschiede zwischen den Kantonen erheblich.
- Wohnen Sie in einem Kanton mit EV-Förderung? Nur das Tessin senkt den Aufpreis direkt per Barprämie (rund CHF 2.000 Kanton, plus bis CHF 2.000 Händler); Basel-Stadt und Waadt senken die laufenden Kosten über eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuer. Überprüfen Sie das vor dem Kauf.
- Passt Ihr Alltagsfahren bequem in die Reichweite, mit Schnellladen nur auf Reisen? Das hält Sie von der teuren, batteriebelastenden Schnelllade-Stufe fern.
Überwiegend Ja? Dann lohnt sich ein E-Auto für Sie sehr wahrscheinlich, und die Break-even-Rechnung stützt es. Überwiegend Nein — besonders ein „Nein" bei der Heimladung — und Sie sollten entweder warten, gebraucht kaufen oder stattdessen einen Hybrid nehmen. Es ist keine Schande, wenn die Technik noch nicht zu Ihrer Situation passt. Der Fehler ist, aus Ideologie in die eine oder andere Richtung zu kaufen statt nach den eigenen Zahlen.
Und vergessen Sie nicht, was die Tabelle nicht erfasst: das sofortige Drehmoment, der leise Innenraum, nie wieder zur Tankstelle, jeden Morgen mit „vollem Tank" aufwachen und der geringere CO₂-Ausstoß. Letzterer ist in der Schweiz besonders bedeutsam: Das Schweizer Stromnetz zählt mit rund 30–50 gCO₂/kWh (Kernenergie ca. 38 %, Wasserkraft ca. 56 %) zu den saubersten Europas [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]. Die Kehrseite ist ebenso real: Ladelogistik, längere Stopps auf Fernreisen und der steilere Wertverlust sind echte Kosten, die auf keiner Energiespar-Grafik auftauchen. Wägen Sie beides ehrlich ab. Ein E-Auto, das finanziell gewinnt, aber im Alltag nervt, lohnt sich nicht — und eines, das Sie begeistert, während es Ihnen still Geld verliert, ebenso wenig. Die richtige Antwort wägt die Rechnung gegen das Leben ab.
FAQ
Lohnt sich ein E-Auto 2026 in der Schweiz finanziell? Für Halter mit Heimladung, die das Auto fünf Jahre und länger behalten, meist ja — eine laufende Ersparnis von rund CHF 1.400–2.100 pro Jahr (Strom gegen Sprit, plus Motorfahrzeugsteuer-Befreiung) amortisiert den Aufpreis typisch in drei bis fünf Jahren, danach spart man weiter [S1][S2]. Ohne Heimladung geht die Rechnung oft nicht auf.
Wie lange dauert es, bis sich ein E-Auto in der Schweiz rechnet? Teilen Sie Ihren realen Aufpreis (Kaufpreis gegenüber dem Verbrenner, plus Wallbox-Installation, minus kantonale Förderung und Motorfahrzeugsteuer-Ersparnis) durch die jährliche Ersparnis. Ein üblicher Wert sind drei bis fünf Jahre; stark rabattierte Modelle rechnen sich fast sofort, während Fahrer ohne Heimladung den Break-even nie erreichen [S2][S9].
Gibt es in der Schweiz eine staatliche Kaufprämie für E-Autos? Auf Bundesebene nein. Die meiste kantonale Förderung ist Reduktion der Motorfahrzeug-STEUER, keine Barprämie: Eine echte Barprämie zahlt nur das Tessin (rund CHF 2.000 Kanton plus bis CHF 2.000 Händler). Basel-Stadt bietet Privaten keine Barprämie, sondern eine 50-%-Steuerreduktion über 10 Jahre; Waadt rund 90 % Reduktion der Motorfahrzeugsteuer. Die Mehrzahl der Kantone verzichtet auf direkte Kaufsubventionen, bietet aber die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung [SCH2] [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]. (Stand Anfang 2026, kantonal prüfen)
Welches ist 2026 das günstigste E-Auto, das sich in der Schweiz lohnt? Kompaktstromer wie Citroën ë-C3, Dacia Spring, Hyundai Inster oder Renault 5 starten je nach Ausstattung ab rund CHF 22.000–28.000 und kommen mit Rabatt teils darunter. In Kantonen mit Kaufförderung sinkt der effektive Einstandspreis weiter [SCH2].
Ruiniert der Wertverlust die Ersparnis? Bei kurzer Haltedauer kann er das. E-Autos verlieren in drei Jahren 50–60 % gegenüber 40–50 % bei Verbrennern [S8]. Sie umgehen das, indem Sie fünf Jahre und länger halten, ein wertstabiles Modell wählen oder einen zwei bis drei Jahre alten Gebrauchten kaufen und den Wertverlust andere tragen lassen.
Lohnt sich ein E-Auto, wenn ich zu Hause nicht laden kann? Aus Kostensicht meist nicht. Öffentliches DC-Schnellladen zu rund CHF 0,55–0,69/kWh kostet etwa CHF 10–12 pro 100 km, fast so viel wie Benzin, was die Stromersparnis aufzehrt, die den Aufpreis rechtfertigt [SCH4][SCH5]. Zuverlässiges, günstiges Laden am Arbeitsplatz kann das ändern.
Reißt die Batterie die Rechnung später auf? Innerhalb einer normalen Haltedauer fast sicher nicht. Flottendaten zeigen, dass die durchschnittliche Batterie nach acht Jahren noch 81,6 % ihrer Kapazität hält, und jedes neue E-Auto trägt eine Garantie von acht Jahren bzw. 160.000 km [S10].
Methodik und Annahmen
Umfang. Ob sich ein E-Auto 2026 für einen Käufer in der Schweiz rechnet — Anschaffungs-Aufpreis gegen laufende Ersparnis (Strom gegen Treibstoff, Wartung, Motorfahrzeugsteuer), und der Break-even in Jahren und Kilometern. Alle Beträge in CHF, alle Strecken in km, mit Schweizer Verbraucher- und Regulierungsdaten für 2026.
Energiepreise. Haushaltsstrom ist der ElCom-Durchschnitt von rund CHF 0,31/kWh (2026); günstige Nachttarife liegen bei rund CHF 0,18–0,25/kWh [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ] [S3][SCH3]. Treibstoffpreise basieren auf TCS-Daten für 2026 (Benzin 95 und Diesel rund CHF 1,90–2,05 pro Liter) [ QA: Schweiz-Daten prüfen ] [S4]. Öffentliches DC ist der BKW-MOVE-/evpass-Bereich von rund CHF 0,55–0,69/kWh [ QA: Schweiz-Daten prüfen ***] [SCH4][SCH5].
Verbrauch. Das E-Auto ist mit realen ~18 kWh/100 km angesetzt, der Benziner mit ~6,5 l/100 km, der Diesel mit ~5,3 l/100 km — übliche reale Planungsgrössen, je nach Fahrzeug und Fahrweise abweichend.
Förderung und Steuer. Es gibt keine Bundes-Kaufprämie für private BEV-Käufer in der Schweiz. Kantonale Förderungen sind mit Stand der Veröffentlichung angegeben — Höhe und Verfügbarkeit können sich ändern, immer beim zuständigen Kanton prüfen [SCH2]. Die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung gilt in den meisten Kantonen für reine Elektrofahrzeuge. Die Automobilsteuer (BAZG) beträgt seit 2024 einheitlich 4 % für alle Fahrzeuge [SCH1]. Es gibt in der Schweiz keine THG-Prämie (dieses Instrument existiert nur in Deutschland).
Markierte Unsicherheit. Alle mit [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] gekennzeichneten Zahlen müssen vor dem Publizieren anhand aktueller Schweizer Quellen (ElCom, TCS, BAZG, kantonale Stellen) verifiziert werden. Die Ersparnis pro Jahr skaliert mit Fahrleistung, Stromtarif und Treibstoffpreis; die hier genutzten Mittelwerte sind eine bewusste Planungsgrösse, keine einzelne gemessene Zahl. Break-even-Beispiele sind als eigene Berechnung gekennzeichnet. Wertverlustquoten sind Marktmittel und variieren stark nach Modell und Ausstattung [S8].
Über den Autor
Liam Whitcombe — Analyst für E-Auto-Besitz & Betriebskosten. Liam ist auf die Gesamtkosten des E-Auto-Besitzes spezialisiert — Energie, Wartung, Versicherung und Wertverlust — und verwandelt Regulierungsdaten, Herstellerangaben und unabhängige Marktdaten in Zahlen, nach denen Käufer handeln können. Er nimmt keine Zahlungen von Autoherstellern, Ladenetzen, Händlern oder Energieversorgern an, und jede Zahl hier ist auf die zitierte Primärquelle zurückführbar.
Quellen
- TCS — Betriebskosten Elektroautos: Wartung, Inspektion und Werkstattkosten im Vergleich. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/ratgeber/elektroauto/kosten-elektroauto.php
- TCS — Stromkosten gegen Spritkosten: Was kostet das Laden im Vergleich zum Tanken (2026). https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/ratgeber/elektroauto/laden-elektroauto.php
- ElCom — Strompreisübersicht Schweiz 2026: Haushaltsstrom nach Kanton. https://www.elcom.admin.ch/elcom/de/home/themen/strompreise/tarife.html
- TCS — Aktuelle Treibstoffpreise in der Schweiz: Benzin und Diesel 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/ratgeber/benzin-diesel-preise.php
- TCS / DAT — Restwert und Wertverlust von Elektroautos im Vergleich. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/ratgeber/elektroauto/elektroauto-wertverlust.php
- TCS — Wallbox: Anschaffung und Installationskosten in der Schweiz 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/ratgeber/elektroauto/wallbox-laden-zuhause.php
- Geotab — EV Battery Health: Befunde aus über 22.700 Fahrzeugen (81,6 % nach acht Jahren). https://www.geotab.com/blog/ev-battery-health/
- ASTRA — Neuzulassungen 2026: BEV-Marktanteil in der Schweiz. https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/dokumentation/daten-informationsprodukte/strassenfahrzeuge.html SCH1. BAZG — Automobilsteuer: Ansätze und Berechnungsgrundlagen (Stand 2024). https://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/information-firmen/waren-und-bewilligungen/steuern-und-abgaben/automobilsteuer.html SCH2. newride.ch — Kantonale Förderung Elektromobilität — Übersicht kantonaler Programme 2026. https://www.newride.ch/de/foerderungen/ SCH3. ElCom — Haushaltsstrom Schweiz: Durchschnittstarife und kantonale Unterschiede 2026. https://www.elcom.admin.ch/elcom/de/home/themen/strompreise.html SCH4. BKW MOVE — Ladetarife öffentliche Ladeinfrastruktur Schweiz 2026. https://www.bkw.ch/de/e-mobilit%C3%A4t/laden-unterwegs SCH5. evpass — Ladepreise Schweiz 2026. https://www.evpass.ch/tarife
© 2026 ChargeCostLab. Unabhängige Analyse der E-Auto-Betriebskosten für die Schweiz. Die Zahlen spiegeln die bis Q2 2026 verfügbaren Daten wider und ändern sich, wenn sich Tarife, Förderung und Marktpreise bewegen. Informativ, keine Finanzberatung. Zahlen mit [** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] sind vor der Publikation anhand aktueller Schweizer Quellen zu verifizieren. Zuletzt geprüft am 17. Juni 2026.*