In diesem Artikel

E-Auto vs. Benziner vs. Diesel: Die echten 5-Jahres-Kosten (Schweiz, 2026)

Zwei Nachbarn kaufen in derselben Woche, mit demselben Budget, für denselben Arbeitsweg. Der eine wählt ein E-Auto im C-Segment und lädt es nachts zu Hause; der andere einen vergleichbaren Benziner. Fünf Jahre und 75.000 km später hat der Benziner-Fahrer fast CHF 9.000 mehr für Treibstoff ausgegeben — und die Gesamtrechnung fällt in der Schweiz klarer zugunsten des E-Autos aus als in vielen Nachbarländern. Der Grund liegt nicht an der Tankstelle allein, sondern im Zusammenspiel aus hohen Schweizer Treibstoffpreisen, günstigem Strom im Nachttarif und der Motorfahrzeugsteuer-Befreiung in den meisten Kantonen.

Von Petra Halvorsen, Analystin für Energie- und E-Mobilitätskosten · Veröffentlicht am 17. Juni 2026 · Daten aktuell bis Q2 2026


Die Debatte, ob ein Elektroauto in der Schweiz „günstiger" ist, hängt seit Jahren an der falschen Zahl fest. Man schaut auf den Listenpreis, sieht einen Unterschied von einigen Tausend Franken und hört dort auf. Der Kaufpreis ist aber genau der Teil des Autobesitzes, den der elektrische Antrieb kaum verändert — und in der Schweiz 2026 auch nicht der Teil, der die Entscheidung kippt. Was die Schweizer Rechnung kippt, ist eine Kombination aus mehreren Zeilen gleichzeitig: Strom ist in der Schweiz erheblich günstiger als raffinierter Treibstoff, die Motorfahrzeugsteuer entfällt in fast allen Kantonen für BEV, und die Wartungsersparnis ist messbar. Dagegenhalten tut der Restwertverlust — aber auch dieser Faktor fällt in der Schweiz etwas anders aus als in Deutschland.

Die ehrliche Frage lautet also nicht „ist das E-Auto günstiger im Kauf", sondern „was kostet es, jedes dieser Autos zu behalten". Diese Antwort steckt in sechs Zeilen: Energie oder Kraftstoff, Motorfahrzeugsteuer, Wartung, Versicherung, Restwertverlust und der Kauf selbst. Fünf dieser sechs Zeilen bewegen sich, wenn man vom Tank auf die Batterie wechselt, und sie bewegen sich in verschiedene Richtungen. Dieser Beitrag arbeitet jede Zeile mit Schweizer Preisen von 2026 durch, baut eine Fünf-Jahres-Summe und sagt dann klar, wo Benziner und Diesel weiterhin die bessere finanzielle Wahl sein können — denn für manche Fahrer sind sie es.

Die Zahl, auf die es wirklich ankommt

Die wahren Kosten eines Autos sind das, was über die Besitzdauer Ihr Konto verlässt, geteilt durch die gefahrenen Kilometer. Für das repräsentative Trio dieses Beitrags — ein E-Auto für CHF 42.000, ein Benziner für CHF 36.000, ein Diesel für CHF 38.000, jeweils 15.000 km im Jahr über fünf Jahre — landen die Fünf-Jahres-Summen bei rund CHF 33.030 für das E-Auto (etwa CHF 31.740 mit Niedertarif), CHF 36.025 für den Benziner und CHF 35.624 für den Diesel. Das ist in der Schweiz ein klareres Ergebnis als in Deutschland: Rund CHF 3.000 bis CHF 4.000 trennen das E-Auto vom Benziner, vor jeder Förderung.

[*** QA: Alle CHF-Berechnungen auf Basis der angegebenen Schweizer Preise prüfen ***]

5-Jahres-Gesamtkosten nach Antrieb (Schweiz, 75.000 km) (CHF)
Elektro (Niedertarif ~CHF 0,20)28500Elektro (Haushaltsstrom ~CHF 0,31)30800Benzin33400Diesel31200
Laufende Summe inklusive Restwertverlust, ohne Kaufpreis (der Restwertverlust ist die Kapitalkostenzeile). Unsere Berechnung; siehe Methodik und Quellen [S1][S6][S7][S14][S28]. [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]

Diese Summen enthalten den Restwertverlust — die echten Kosten des fallenden Fahrzeugwerts — und schließen den Kaufpreis selbst aus, damit derselbe Franken nicht doppelt gezählt wird. Jede Zahl ist unsere eigene Berechnung aus belegten Stückpreisen, und die vollständigen Annahmen stehen in der Methodik. Die Summe voranzustellen soll die Erwartung korrekt setzen: In der Schweiz fällt der Betriebskostenvorteil des E-Autos deutlicher aus als in Deutschland, weil Schweizer Treibstoffpreise — rund CHF 1,95 je Liter Benzin und CHF 1,88 für Diesel — erheblich höher sind als in den meisten EU-Ländern, während der Strom im Nachttarif auf rund CHF 0,20/kWh fällt [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]. Dieser Spread ist das Fundament der Schweizer E-Auto-Rechnung.

Unabhängige Studien bestätigen die Richtung. Die europäische Verbraucherorganisation BEUC kam in einer Lebenszykluskostenstudie vom September 2025 zu dem Schluss, dass Batterieautos für Gebrauchtwagenkäufer bereits die günstigste Option sind und ab 2026 zum günstigsten neuen Mittelklassewagen in Europa werden [S24]. In der Schweiz ist dieser Vorteil aufgrund der hohen Treibstoffpreise noch stärker ausgeprägt.

Der Kaufpreis nähert sich an

Ein Jahrzehnt lang war der elektrische Aufpreis die ganze Geschichte: Heute ist er im C-Segment auf wenige Tausend Franken geschrumpft.

Der Treiber sind die Batteriekosten. BloombergNEF verzeichnete durchschnittliche Packpreise von 112 $ pro kWh im Jahr 2025, herunter von 166 $ im Jahr 2022 und 806 $ noch 2013 [S22]. Eine Batterie ist das teuerste Bauteil eines E-Autos, also folgt der Preis des ganzen Wagens, wenn sie über zwölf Jahre um den Faktor sieben fällt. Die Modellierung von BNEF sah Elektro-Limousinen und -SUVs ab 2026 die Produktionskosten-Parität mit Benzinern erreichen [S23]. Dieser Zeitplan ist mehr oder weniger pünktlich eingetroffen.

Einheiten
CHF 899E-Auto spart / Jahrvs. Benzin · CHF 540 vs. Diesel
CHF 74.9E-Auto spart / MonatCHF 899 pro Jahr ggü. Benzin
8.9 JahreAmortisationszeitum den Mehrpreis von CHF 8’000 allein durch Kraftstoffersparnis hereinzuholen
2.69 t CO₂CO₂ gespart / Jahr2.56 t CO₂ ggü. Diesel · entspricht 128 Bäumen · Well-to-Wheel
Bilanzgrenze

Gesamte Energiekette: Förderung & Raffination des Kraftstoffs plus Stromerzeugung und Netzverluste. Ohne Fahrzeug- und Batterieherstellung.

Energie-/Kraftstoffkosten pro Jahr
E-Auto-Energie / JahrCHF 983Benzin / JahrCHF 1’882Diesel / JahrCHF 1’523
5-Jahres-Betriebskosten — nur Energie & Kraftstoff
  • E-Auto-StromCHF 4’914
  • BenzinCHF 9’408
  • DieselCHF 7’614

„E-Auto spart pro Jahr“ ist das, was Sie gegenüber einem Benziner auf gleicher Strecke behalten. „Amortisationszeit“ ist, wie lange diese Ersparnis braucht, um den höheren Kaufpreis auszugleichen. „CO₂ gespart“ stellt die Emissionen Ihres Stromnetzes dem Verbrennen von Kraftstoff gegenüber — die Ersparnis ist größer, wenn das Netz sauberer ist.

Strompreis zu Hause: CHF 0.31 · Mischpreis zu Hause + öffentlich. CHF 0.36 pro kWh

So rechnen wir

Kosten pro 100 km = Verbrauch E-Auto × Strompreis zu Hause. Rechner

Man sieht es auf einzelnen Preislisten. Ein Tesla Model 3 ist in der Schweiz 2026 im mittleren Vierzigtausenderbereich (CHF) zu haben; ein vergleichbarer BMW 3er liegt darüber [S17][S18]. Am günstigen Ende hat sich der MG4 sowie verschiedene neue chinesische BEV-Modelle dem Preisniveau der Benzin-Kompaktwagen stark angenähert [S19]. Die Ära, in der elektrisch fahren einen fünfstelligen Aufpreis in Schweizer Franken bedeutete, ist für Massenmodelle vorbei.

In der Schweiz kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Automobilsteuer (BAZG). Seit dem 1. Januar 2024 gilt für importierte Fahrzeuge — inklusive E-Autos — eine Automobilsteuer von 4 % auf den Importwert [S29][SCH3]. Das Vorgängermodell sah höhere Sätze vor, sodass sich die Lage für E-Autos leicht entspannt hat. Auf ein Fahrzeug im Wert von CHF 40.000 entspricht das rund CHF 1.600 Importsteuer — ein Betrag, der beim Preisvergleich zu berücksichtigen ist und der im Listenpreis eingerechnet sein sollte. [*** QA: Automobilsteuer-Regelung und genaue Berechnung prüfen ***]

Gebrauchtwagen in der Schweiz: Nach dem Wertrutsch von 2023/24 haben sich gebrauchte E-Auto-Werte stabilisiert, liegen aber weiterhin unter denen der Verbrenner. Nach europäischen DAT-Auswertungen halten drei Jahre alte Benziner und Diesel Restwerte zwischen 61 % und 63 % ihres Listenneupreises, während batterieelektrische Autos im Schnitt nur bei rund 50 % landen [S21]. Schweizspezifische Restwertdaten sind beim TCS oder lokalen Fahrzeugbewertungsanbietern zu prüfen [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***].

Energie gegen Treibstoff: die Zeile, in der das E-Auto am meisten gewinnt

Das ist die Zeile, die im Betrieb die meiste Arbeit leistet — und in der Schweiz fällt sie besonders deutlich aus.

Beginnen wir mit Benzin und Diesel. Im Juni 2026 lag der Schweizer Durchschnittspreis nach TCS-Daten bei rund CHF 1,90–2,05 je Liter Super 95 und CHF 1,82–1,95 je Liter Diesel [S1]. Für diese Berechnung verwenden wir CHF 1,95/l Benzin und CHF 1,88/l Diesel als repräsentative Mittewerte [*** QA: TCS-Preise für Juni 2026 verifizieren ***]. Ein großer Teil jedes Liters ist Steuer: Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag und obendrauf Mehrwertsteuer [S3]. Der Schweizer Treibstoffpreis gehört zu den höchsten in Europa — deutlich über den deutschen Werten und signifikant über den EU-Durchschnittspreisen.

Ein realer Benziner im C-Segment mit 6,5 l/100 km kostet damit rund CHF 12,68 an Treibstoff je 100 km; ein Diesel mit 5,3 l/100 km rund CHF 9,97. Über 75.000 km sind das rund CHF 14.625 Benzin oder CHF 11.924 Diesel — ein erheblicher Ausgabenposten.

Nun das E-Auto. Beim ElCom-Haushaltsstrompreis 2026 von rund CHF 0,31/kWh und einem realen Verbrauch von 18,5 kWh/100 km kostet das Laden zu Hause etwa CHF 5,74 je 100 km, also rund CHF 5.730 über fünf Jahre [S6][*** QA: ElCom-Durchschnittswert 2026 prüfen ]. Verlagert man das Laden auf den Niedertarif (Nachttarif), fällt die Zahl deutlich: Schweizer Versorger wie BKW, EKZ oder ewb bieten Nachttarife bei rund CHF 0,18–0,25/kWh an, was bei CHF 0,20/kWh etwa CHF 3,70 je 100 km und rund CHF 4.440 über fünf Jahre ergibt [S7][ QA: Niedertarife bei jeweiligen Versorgern prüfen ***]. Wer also überwiegend zu Hause lädt, zahlt für Energie zwischen einem Viertel und einem Drittel des Betrags, den ein Benziner kostet.

Kraftstoff-/Energiekosten je 100 km (CHF, Schweiz, 2026) (CHF/100 km)
E-Auto, Niedertarif (CHF 0,20)3.7E-Auto, Haushaltsstrom (CHF 0,31)5.74Diesel9.97Benzin12.68E-Auto, öffentl. DC ad hoc (CHF 0,62)11.47
E-Auto bei 18,5 kWh/100 km; Benziner 6,5 l/100 km, Diesel 5,3 l/100 km, zu Preisen von Juni 2026. Der DC-Ad-hoc-Balken ist ein E-Auto ohne eigene Lademöglichkeit. Unsere Berechnung [S1][S6][S7][S28]. [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]

Der Energiepreisunterschied zwischen E-Auto und Verbrenner ist in der Schweiz größer als in Deutschland, weil Schweizer Treibstoffpreise höher sind, während der Hausstrom zwar teurer ist als in manchen EU-Ländern, aber die Spreizung größer bleibt. Das macht die Energiezeile zum stärksten Argument für das E-Auto in der Schweiz.

Es gibt eine wichtige Ausnahme. Wer nicht zu Hause laden kann und auf öffentliche DC-Schnelllader angewiesen ist, sieht eine andere Rechnung. Der typische öffentliche Ad-hoc-Preis liegt 2026 in der Schweiz bei rund CHF 0,55–0,69/kWh: BKW MOVE ~CHF 0,55/kWh, evpass ~CHF 0,55–0,65/kWh, IONITY ~CHF 0,69/kWh [S28][*** QA: Aktuelle Ladenetztarife prüfen ***]. Bei 18,5 kWh/100 km und CHF 0,62/kWh (Mittelwert) sind das rund CHF 11,47 je 100 km — weniger als ein Benziner (CHF 12,68), aber mehr als ein Diesel (CHF 9,97). Ohne eigene Wallbox oder Laden beim Arbeitgeber schmälert sich der Energievorteil des E-Autos, wird aber in der Schweiz nicht vollständig aufgezehrt.

Motorfahrzeugsteuer: die Zeile, in der das E-Auto klar vorn liegt

Bei der Motorfahrzeugsteuer gibt es in der Schweiz nichts zu rechnen — für das reine Elektroauto ist sie in den meisten Kantonen schlicht null.

Reine Elektroautos sind in den meisten Schweizer Kantonen von der Motorfahrzeugsteuer (dem Schweizer Äquivalent der deutschen Kfz-Steuer) befreit [S14][*** QA: Befreiungsregelung je Kanton prüfen ***]. Die genauen Regeln variieren kantonal: In einigen Kantonen gilt eine zeitlich befristete Befreiung, in anderen ist sie an technische Kriterien geknüpft. In Zürich beispielsweise sind reine Elektroautos derzeit von der Motorfahrzeugsteuer befreit; in anderen Kantonen können ähnliche Regelungen bestehen. Die Steuerbefreiung ist vor dem Kauf immer je Kanton zu verifizieren.

Ein Verbrenner im C-Segment zahlt dagegen je nach Hubraum und CO2-Ausstoß rund CHF 150–300 im Jahr — über fünf Jahre schätzungsweise CHF 900 beim Benziner und CHF 1.200 beim Diesel [*** QA: Schweizer Motorfahrzeugsteuer-Sätze prüfen ***]. Die Motorfahrzeugsteuer ist kein Riesenposten, aber sie ist eine der wenigen Zeilen, in denen das E-Auto in der Schweiz ausnahmslos und garantiert gewinnt.

Wo der Steuervorteil in der Schweiz sichtbar wird, ist beim Dienstfahrzeug — allerdings auf andere Weise als in Deutschland. In der Schweiz wird der geldwerte Vorteil eines Geschäftsfahrzeugs kantonal und nach individuellen Regeln berechnet, nicht nach einer einheitlichen %-Pauschale wie in Deutschland (0,25 % BEV vs. 1,0 % Verbrenner). Die ESTV gibt Richtlinien heraus, und die konkrete steuerliche Behandlung von E-Auto-Dienstfahrzeugen ist je Kanton und je Unternehmen zu klären [S15]. Klar ist: Die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung für BEV greift in den meisten Kantonen auch bei Flottenfahrzeugen.

Kantone und Prämien: Was die Schweiz bietet — und was nicht

Die Schweiz hat keinen nationalen EV-Kaufbonus. Das ist der wichtigste Unterschied zur Bundesrepublik Deutschland, die lange den Umweltbonus kannte, und zu Österreich, das den Sachbezugsvorteil für Dienstfahrzeuge kennt. Wer ein E-Auto in der Schweiz kauft, erhält vom Bund keine direkte Kaufprämie [*** QA: Aktuelle Bundespolitik bestätigen ***].

Was es gibt, sind kantonale Programme — und diese sind uneinheitlich und ändern sich regelmäßig [SCH2][*** QA: Alle kantonalen Prämien vor Kauf verifizieren ***]:

  • Kanton Tessin (Ticino): Aktive Barprämie — rund CHF 2.000 vom Kanton plus bis zu CHF 2.000 vom Händler; nur die Kombination Kanton + Händler ergibt „bis CHF 4.000". Im Mai 2026 verlängert. [*** QA: Aktuelle Bedingungen prüfen ***]
  • Kanton Basel-Stadt: Für Privatkäufer keine Barprämie. Private BEV erhalten stattdessen eine 50-%-Reduktion der Motorfahrzeugsteuer für 10 Jahre (max. rund CHF 250/Jahr). Eine Kauf-Subvention besteht nur für Unternehmen, deren Budget Anfang 2026 nahezu ausgeschöpft war. [*** QA: Aktuelle Bedingungen prüfen ***]
  • Kanton Waadt (Vaud): Keine Barprämie, sondern ein steuerseitiger Vorteil — rund 90 % Reduktion der Motorfahrzeugsteuer (plus 24 Monate Befreiung für Fahrzeuge mit Erstzulassung nach dem 1.1.2024). [*** QA: Aktuelle Bedingungen prüfen ***]
  • Kanton Zürich: Derzeit keine Kaufprämie; dafür Motorfahrzeugsteuer-Befreiung für BEV. [*** QA: Aktuelle Kantonsregelung prüfen ***]
  • Kanton St. Gallen: Effizienzbonus ab 2026 — 50 % Steuerrabatt für Fahrzeuge der Kategorie A, 25 % für Kategorie B. [*** QA: Aktuelle Kantonsregelung prüfen ***]
  • Weitere Kantone: Viele bieten zumindest die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung.

Wer im Tessin wohnt, verbessert die E-Auto-Rechnung sofort: Eine Barprämie von rund CHF 2.000 vom Kanton (plus möglichem Händlerbeitrag) deckt einen spürbaren Teil des Listenpreis-Unterschieds zwischen einem günstigen BEV und einem vergleichbaren Benziner ab. In Basel-Stadt und Waadt kommt der Vorteil dagegen über Jahre als reduzierte Motorfahrzeugsteuer, nicht als Einmalzahlung. Diese Vorteile sind nicht in den Tabellen oben eingerechnet.

Es gibt kein THG-Quoten-System in der Schweiz (kein Äquivalent zur deutschen THG-Prämie von ~300 €/Jahr). Auch das österreichische Sachbezugsprivileg für Dienstfahrzeuge existiert in dieser Form nicht. Die steuerliche Förderung in der Schweiz konzentriert sich auf die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung und kantonale Einmalprämien — nicht auf wiederkehrende staatliche Rückzahlungen.

Wartung, Reifen und das, was kaputtgeht

Ein elektrischer Antrieb bedeutet weit weniger zu warten: keine Ölwechsel, keine Zündkerzen, kein Zahnriemen, kein Auspuff. Die Rekuperation entlastet die Reibungsbremsen erheblich. Die Ersparnis ist messbar.

Das US Department of Energy beziffert auf Basis von Argonne-Modellierungen die planmäßige Wartung auf 6,1 Cent je Meile beim Batterieauto gegen 10,1 Cent beim vergleichbaren Benziner, rund 40 % weniger [S10]. Consumer Reports fand, dass E-Auto-Fahrer über die Fahrzeuglebensdauer etwa halb so viel für Wartung und Reparatur ausgeben [S11]. In der Schweiz fallen beim E-Auto Inspektionen seltener und mit weniger Verschleißteilen an, und Schweizer Werkstattkosten sind aufgrund der allgemein höheren Lohnkosten höher als in Deutschland [S12]. Wendet man die Ersparnis von 40–50 % auf eine Schweizer Werkstattbasis an, ergeben sich rund CHF 1.500 über fünf Jahre für das E-Auto gegen CHF 2.800 beim Benziner und CHF 3.100 beim Diesel — der Diesel kostet dank Partikelfilter und AdBlue-System etwas mehr.

Zwei ehrliche Vorbehalte. E-Autos sind schwer und kräftig, daher können sie schneller Reifen verschleißen, was die Ersparnis bei sportlicher Fahrweise schmälert. Und das, was am E-Auto ausfällt — alles rund um das Hochvoltsystem — ist teuer und braucht qualifizierte Fachkräfte. In der Schweiz ist das Netz an E-Auto-zertifizierten Werkstätten gut ausgebaut. Für die meisten Halter über die meisten Kilometer ist die Wartungszeile ein klarer, wiederkehrender E-Auto-Vorteil.

Versicherung: die Zeile, in der der Verbrenner noch gewinnt

Hier verliert das Elektroauto, und etwas anderes zu behaupten wäre unehrlich. Ein Batteriepack kann bis zu 40 % des Fahrzeugwerts ausmachen, sodass schon ein mäßiger Schaden das Auto wirtschaftlich zum Totalschaden machen kann. Weniger geschulte Fachkräfte und teurere Teile treiben die Prämien über die der Verbrenner. In der Schweiz gelten zudem allgemein höhere Versicherungsprämien als im europäischen Vergleich, was die absolute Differenz größer wirken lässt.

Der Abstand schrumpft jedoch. Er lag am Höhepunkt 2023/24 bei rund 25–30 % über vergleichbaren Benzinern und ist 2026 auf grob 10–15 % gefallen [S31][*** QA: Schweizer Versicherungsaufschlag bei Comparis oder TCS prüfen ***]. Für das Fünf-Jahres-Modell habe ich angenommen, dass das E-Auto rund 11 % teurer in der Versicherung läuft: rund CHF 4.800 gegen CHF 4.300 beim Benziner und CHF 4.400 beim Diesel. Es ist die eine Zeile, in der der Wechsel zum Elektroauto verlässlich mehr kostet, und sie gibt vielleicht ein Zehntel der Energieersparnis zurück. Wissenswert, aber kein Grund, schlecht zu schlafen — und sie schrumpft Jahr für Jahr.

Restwert: der Joker, der alles kippt

Der Restwertverlust ist die größte Einzelkostenzeile beim Besitz fast jedes Neuwagens, weit größer als der Treibstoff. In der Schweiz ist der Restwert die unsicherste und gleichzeitig entscheidendste Zeile.

Der Grund zur Vorsicht ist die jüngste Geschichte. Gebrauchte E-Auto-Preise fielen 2023 und in 2024 hinein stark, als Tesla die Neupreise senkte und Ex-Leasingfahrzeuge den Markt fluteten; danach stabilisierten sie sich 2025/26, blieben aber unter den Verbrennerwerten [S21]. Eine Restwertprognose aus 2024 wäre 2026 in beide Richtungen falsch gewesen. Die Restwertzahlen in der Vergleichstabelle — rund CHF 21.000 für das E-Auto, CHF 13.500 für den Benziner, CHF 15.000 für den Diesel über fünf Jahre — sind daher modelliert und als die unsichersten Zahlen hier gekennzeichnet [*** QA: Schweizer Restwertdaten bei TCS oder lokalen Bewertungsdiensten prüfen ***].

Was die europäischen Daten von 2026 klar sagen: Das E-Auto verliert hier am meisten. Nach DAT halten drei Jahre alte Benziner und Diesel Restwerte um 63 % bzw. 61 % des Listenneupreises, während BEV im Schnitt bei rund 50 % landen [S21]. In der Schweiz ist dieser Trend ähnlich, aber die spezifischen Zahlen können abweichen — Schweizer Gebrauchtwagenmärkte haben eigene Dynamiken (stärkere Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gebrauchtwagen, andere Finanzierungsgewohnheiten).

Wohin das Geld in fünf Jahren fließt, nach Kostenzeile (Schweiz, CHF) (CHF über 5 Jahre)
ElektroBenzinDieselEnergie / Kraftstoff57301462511924Motorfahrzeugsteuer09001200Wartung150028003100Versicherung480043004400
Das E-Auto gewinnt bei Energie, Motorfahrzeugsteuer und Wartung und verliert bei Versicherung und Restwert. Unsere Berechnung [S6][S7][S10][S14][S31]. [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***]

Hält die Nachfrage nach gebrauchten Stromern an und schließt sich die Restwertlücke, verschieben sich die Fünf-Jahres-Summen noch klarer zugunsten des E-Autos. So oder so ist die Zahl, auf die man achten muss, der Restwert — nicht die Tankrechnung.

Jede Zeile an einem Ort

Die sechs Zeilen übereinanderzustapeln ist die einzige Möglichkeit, die Gestalt der Entscheidung zu sehen. Die Tabelle unten ist das ganze Argument in einer Ansicht: Das E-Auto gewinnt die Energie deutlich (in der Schweiz besonders stark wegen der hohen Treibstoffpreise), gewinnt Motorfahrzeugsteuer und Wartung bequem, verliert bei der Versicherung — und verliert den Restwert, was einen Teil des Vorsprungs zurückgibt.

5-Jahres-Gesamtkosten, Zeile für Zeile (Schweiz, 75.000 km, Neukauf)
5-Jahres-Kostenzeile (CH)Elektro (zu Hause geladen)BenzinDiesel
Listenpreis, neu (C-Segment)CHF 42.000CHF 36.000CHF 38.000
Energie / KraftstoffCHF 5.730 (CHF 4.440 Niedertarif)CHF 14.625CHF 11.924
MotorfahrzeugsteuerCHF 0 (befreit, meiste Kantone)CHF 900CHF 1.200
Wartung & InspektionCHF 1.500CHF 2.800CHF 3.100
VersicherungCHF 4.800CHF 4.300CHF 4.400
Restwertverlust (modelliert)CHF 21.000CHF 13.500CHF 15.000
5-Jahres-Summe (inkl. Restwert)CHF 33.030 (CHF 31.740 Niedertarif)CHF 36.025CHF 35.624
Kosten je km44 Rp. (42 Rp. Niedertarif)48 Rp.47 Rp.
Unsere Berechnung. 15.000 km/Jahr über 5 Jahre; E-Auto bei 18,5 kWh/100 km, Benziner 6,5 l/100 km, Diesel 5,3 l/100 km [S8][S33]. Stückpreise: Haushaltsstrom ~CHF 0,31/kWh (ElCom) und ~CHF 0,20/kWh Niedertarif [S6][S7]; Kraftstoff ~CHF 1,95/l Benzin / ~CHF 1,88/l Diesel (TCS, Juni 2026) [S1]. Die laufende Summe zählt den Restwertverlust als Kapitalkosten; der Kaufpreis ist daher nur als Referenz angegeben und wird nicht erneut addiert. Der Restwert ist modelliert und die volatilste Zeile. [*** QA: Alle CHF-Werte prüfen ***]

Liest man die gruppierte Grafik, springt ein Muster heraus. Der Vorteil des E-Autos in der Schweiz ist grösser als in Deutschland, weil die hohen Schweizer Treibstoffpreise die Energiezeile stärker spreizen. Je mehr Kilometer Sie fahren und je mehr Ihres Ladens Sie zu Hause im Niedertarif erledigen, desto weiter öffnet sich der Betriebskostenabstand.

Break-even: Wann zieht das E-Auto vorbei?

In der Schweiz ist die Break-even-Rechnung für das E-Auto günstiger als in Deutschland, weil die Energieersparnis je Kilometer größer ist. Nimmt man allein die Energieersparnis: Ein zu Hause ladendes E-Auto spart gegenüber dem Benziner rund CHF 6,94 je 100 km auf dem Haushaltsstromtarif (CHF 12,68 minus CHF 5,74), oder rund CHF 8,98 je 100 km auf dem Niedertarif (CHF 0,20/kWh). Ein Aufpreis von CHF 5.000 ist damit nach etwa 72.000 km auf dem Haushaltstarif zurückverdient, oder nach rund 56.000 km auf dem Niedertarif — also grob vier bis fünf Jahre für einen Durchschnittsfahrer, bevor Motorfahrzeugsteuer und Wartungsersparnis hinzugerechnet werden. Rechnet man diese dazu, kommt der Break-even noch früher.

Wie weit Sie fahren, entscheidet die Antwort

Setzen wir echte Fahrleistungen ein. Ein Pendler mit 20.000 km im Jahr im zu Hause geladenen E-Auto gibt rund CHF 1.148 im Jahr für Strom zum Haushaltstarif aus, oder etwa CHF 740 auf dem Niedertarif; der gleiche Benzinfahrer gibt rund CHF 2.535 zu den Preisen von Juni 2026 aus [S1][S6][S7]. Über fünf Jahre ist diese eine Zeile eine Lücke von fast CHF 7.000 auf dem Haushaltstarif und fast CHF 9.000 auf dem Niedertarif, bevor Steuer, Wartung oder Versicherung gezählt sind. Halbiert man die Fahrleistung, weicht das Bild auf, bleibt aber deutlich zugunsten des E-Autos.

Eine Kostenposition steht außerhalb aller Zeilen oben: die Finanzierung. Die meisten Neuwagen werden über Leasing oder Kredit gekauft, und der Zins hängt vom Angebot ab, nicht vom Antrieb. Er zählt am Premium-Ende, wo ein höherer E-Auto-Listenpreis eine etwas größere finanzierte Summe bedeutet. Hinzu kommen kantonale Vorteile, die in den Tabellen oben nicht eingerechnet sind und die Rechnung weiter verbessern: eine echte Barprämie nur im Tessin (rund CHF 2.000 Kanton plus bis zu CHF 2.000 Händler), während Basel-Stadt und Waadt den Vorteil über eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuer gewähren (Basel-Stadt 50 % über 10 Jahre für Private, Waadt rund 90 %) [SCH2][*** QA: Aktuelle kantonale Prämien prüfen ***].

Wo Benziner oder Diesel noch sinnvoll sind

Eine Kostenseite, die immer nur zu einem Schluss kommt, ist nicht lesenswert, also hier die ehrliche andere Seite. Benziner oder Diesel können in der Schweiz 2026 die bessere finanzielle Wahl sein, wenn Sie nicht zu Hause laden können und stark auf öffentliches DC-Schnellladen angewiesen wären — obwohl auch dort der Schweizer Benzinpreis die Situation anders gestaltet als in Deutschland. Sie können gewinnen, wenn Sie sehr wenige Kilometer im Jahr fahren, sodass die Energieersparnis keinen Kaufaufpreis zurückverdient. Der Diesel insbesondere ist weiterhin sinnvoll bei sehr hoher Fahrleistung, Anhängerbetrieb und langen Strecken, wo sein realer Verbrauch und seine Reichweite schwer zu schlagen sind. Und wer einen günstigen, bereits abgeschriebenen Gebrauchtbenziner für eine kurze Haltedauer kauft, vergleicht gegen eine ganz andere Kostenbasis als die Neuwagenrechnung oben.

Für die große Mitte des Marktes aber — ein Fahrer mit durchschnittlicher Fahrleistung, einer Lademöglichkeit zu Hause und ein paar Jahren Haltedauer — ist die Fünf-Jahres-Arithmetik in der Schweiz klarer zugunsten des E-Autos als in vielen Nachbarländern. Der Haupttreiber ist der hohe Treibstoffpreis.

Das europäische und Schweizer Bild

Die Schweiz ist hier kein Sonderfall, aber sie hat Eigenheiten. Die Neun-Länder-Studie der BEUC fand Batterieautos ab 2026 bereits als günstigste Lebenszeitoption für neue Mittelklassewagen quer durch Europa, mit einer Gebrauchtersparnis von Hunderten Euro im Jahr für nachgelagerte Besitzer [S24]. In der Schweiz verschärft die spezifische Preisstruktur — hohe Treibstoffsteuern, moderate bis hohe Haushaltsstrompreise, günstige Nachttarife — den Vorteil des E-Autos gegenüber dem europäischen Durchschnitt.

Die Nachfrage spiegelt es. Batterieelektrische Autos erreichten 2026 rund 19 % der europäischen Pkw-Neuzulassungen laut ACEA [S26][*** QA: Schweizer Neuzulassungsanteil BEV bei auto-schweiz prüfen ***]. Der Schweizer Markt verläuft ähnlich. In der Schweiz ist die Ladeinfrastruktur gut ausgebaut — BKW MOVE, evpass, das Migros-CargoBull-Netz und IONITY-Stationen decken die wichtigsten Routen ab — was das Argument für das E-Auto stärkt.

Der Markt hat damit faktisch bereits mit der Gesamtkostenzahl abgestimmt statt mit dem Listenpreis.


Methodik und Annahmen

Umfang. Ein Fünf-Jahres-Fenster über 75.000 km (15.000 km/Jahr) für eine gängige C-Segment-Klasse in drei Antrieben, neu gekauft, für die Schweiz gerechnet. Alle Preise sind Bruttowerte (inkl. Mehrwertsteuer und Abgaben). Währung ist CHF, Strecken in Kilometern.

Belegt vs. berechnet. Die Stückpreise sind belegt und datiert: Treibstoffpreise aus TCS-Auswertungen 2026 [S1][S2]; der Haushaltsstrompreis (CHF 0,31/kWh) aus den ElCom-Daten [S6]; der Niedertarif (CHF 0,20/kWh) aus Schweizer Versorgertarifen [S7]; die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung aus kantonalen Regelungen [S14]; die öffentlichen DC-Ad-hoc-Preise aus BKW MOVE/evpass/IONITY-Tarifen [S28]. Jeder Fünf-Jahres-Wert, jede Zahl je 100 km und die Vergleichstabelle sind unsere eigene Berechnung aus diesen Eingaben.

Annahmen. E-Auto-Verbrauch 18,5 kWh/100 km inkl. Ladeverlusten [S33][S8]. Benziner 6,5 l/100 km, Diesel 5,3 l/100 km [S5]. Die Wartung wendet die von DOE/Argonne und Consumer Reports gemessene Ersparnis von 40–50 % auf eine Schweizer Werkstattbasis an [S10][S11]. Die Versicherung nutzt den BEV-Aufschlag 2026 von ~10–15 % [S31].

Markierte Unsicherheit. Der Restwert ist modelliert, nicht gemessen, und die volatilste Zeile [S21]. Alle mit [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] markierten Zahlen sind vor der Veröffentlichung anhand aktueller Schweizer Quellen zu verifizieren. Die kantonalen Steuer- und Prämienregelungen ändern sich regelmäßig und sind je Kanton zu prüfen. Die öffentlichen DC-Ad-hoc-Kosten (~CHF 0,62/kWh [S28]) sind als Richtwert für ein E-Auto ohne eigene Lademöglichkeit gezeigt. Ladeverluste von rund 10 % sind in der Verbrauchsannahme teils absorbiert.


Häufig gestellte Fragen

Ist ein E-Auto über fünf Jahre wirklich günstiger als ein Benziner in der Schweiz? Bei den Betriebskosten ja, und die Gesamtrechnung 2026 für die Schweiz ist klarer als in Deutschland. Energie, Motorfahrzeugsteuer und Wartung sprechen deutlich für das E-Auto; die hohen Schweizer Treibstoffpreise verstärken diesen Vorteil. Der höhere Restwertverlust bremst den Vorsprung, hebt ihn aber nicht auf [S6][S21]. Mit dem Niedertarif oder kantoner Förderung wird der Vorteil noch größer.

Was, wenn ich nicht zu Hause laden kann? Das schmälert den Vorteil erheblich. Wer auf öffentliches DC-Schnellladen zu rund CHF 0,62/kWh angewiesen ist, zahlt etwa CHF 11,47 je 100 km — weniger als ein Benziner (CHF 12,68), aber mehr als ein Diesel (CHF 9,97) [S28]. Im Gegensatz zu Deutschland kehrt sich die Rechnung in der Schweiz nicht völlig um, aber ohne Heimlademöglichkeit oder Laden beim Arbeitgeber schrumpft der E-Auto-Vorteil stark.

Gibt es in der Schweiz eine nationale EV-Kaufprämie? Nein. Es gibt keinen bundesweiten Kaufbonus für Elektroautos. Seit 1. Januar 2024 gilt die Automobilsteuer (BAZG) von 4 % auf den Importwert auch für E-Autos. Die meiste kantonale Förderung ist Reduktion der Motorfahrzeug-STEUER, keine Barprämie: Eine echte Barprämie zahlt nur das Tessin (rund CHF 2.000 Kanton plus bis CHF 2.000 Händler). Basel-Stadt bietet Privaten keine Barprämie, sondern eine 50-%-Steuerreduktion über 10 Jahre; Waadt rund 90 % Reduktion der Motorfahrzeugsteuer [SCH2][*** QA: Aktuelle kantonale Prämien prüfen ***]. In fast allen Kantonen sind BEV von der Motorfahrzeugsteuer befreit oder begünstigt. (Stand Anfang 2026, kantonal prüfen)

Sind E-Autos teurer zu versichern? Meist noch etwas — 2026 rund 10–15 % mehr als ein vergleichbarer Verbrenner [S31][*** QA: Schweizer Versicherungsaufschlag bei Comparis oder SVV prüfen ***]. Höhere Reparatur- und Batteriekosten sind der Grund, und der Abstand schrumpft laufend.

Ist Diesel in der Schweiz noch die günstigere Wahl? Bei sehr hoher Fahrleistung und langen Strecken kann der reale Verbrauch des Diesels punkten. Aber der Preisvorteil von Diesel gegenüber Benzin ist in der Schweiz gering, und die höhere Motorfahrzeugsteuer sowie der Restwertrückgang schwächen den Dieselfall. Das E-Auto schlägt den Diesel in der Gesamtrechnung bei Durchschnittsfahrleistung klar.

Spricht der Kaufpreis noch für den Verbrenner? Im C-Segment kostet ein vergleichbares E-Auto neu noch etwas mehr als ein Benziner in der Schweiz, aber der Abstand hat sich stark verkleinert [S19]. Der entscheidende Punkt 2026 ist nicht der Kaufpreis, sondern die laufenden Kosten: Die hohen Schweizer Treibstoffpreise lassen die Energieersparnis des E-Autos stärker zu Buche schlagen als in Nachbarländern.


Über die Autorin

Petra Halvorsen ist die Analystin für Energie- und E-Mobilitätskosten bei ChargeCostLab. Sie beobachtet europäische Strommärkte und die Betriebskosten von Elektroautos und führt Regulierungsdaten, Steuertabellen und Tarife der Ladenetze zu Zahlen zusammen, nach denen Fahrer handeln können. Für den Schweizer Markt stützt sie sich auf Daten von ElCom, TCS und dem BAZG. Sie nimmt keine Zahlungen von Autoherstellern, Ladenetzen oder Energieversorgern an, und jede Berechnung hier ist aus den zitierten Primärquellen nachvollziehbar.


Quellen

  1. TCS / SFOE — Treibstoffpreise Schweiz 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/betrieb-kosten/benzin-diesel-preise.php
  2. TCS — Entwicklung Benzin- und Dieselpreise 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/betrieb-kosten/
  3. BAZG — Mineralölsteuer und Treibstoffabgaben Schweiz 2026. https://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/themen/steuern-und-abgaben/mineralsteuer.html
  4. Europäische Kommission — Weekly Oil Bulletin. https://energy.ec.europa.eu/data-and-analysis/weekly-oil-bulletin_en
  5. TCS — Ecotest und reale Verbrauchswerte. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/fahrzeugtest/
  6. ElCom — Strompreise Schweiz 2026. https://www.elcom.admin.ch/elcom/de/home/themen/strompreise.html
  7. BKW / EKZ / EWZ — Nieder- und Nachttarife Schweiz. https://www.bkw.ch/de/energie/strom/stromprodukte
  8. EV Database — Energieverbrauch Elektroautos (real). https://ev-database.org/cheatsheet/energy-consumption-electric-car
  9. TCS — Laden Kosten Schweiz 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/elektroauto-hybrid/laden-kosten.php
  10. US DOE / Argonne — FOTW #1190: BEV Wartungskosten. https://www.energy.gov/eere/vehicles/articles/fotw-1190-june-14-2021-battery-electric-vehicles-have-lower-scheduled
  11. Consumer Reports — EV-Wartungskosten. https://advocacy.consumerreports.org/press_release/electric-vehicle-owners-spending-half-as-much-on-maintenance-compared-to-gas-powered-vehicle-owners-finds-new-cr-analysis
  12. TCS — Wartungskosten Elektroauto Schweiz. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/elektroauto-hybrid/kosten.php
  13. SVV — Motorfahrzeugversicherung Typklassen 2026. https://www.svv.ch/de/oeffentlichkeit/branchen-fakten/statistiken
  14. Kantonale Steuergesetze / TCS — Motorfahrzeugsteuer-Befreiung BEV. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/elektroauto-hybrid/foerderung-steuern.php
  15. ESTV — Steuerliche Behandlung Geschäftsfahrzeuge Schweiz. https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/direkte-bundessteuer/direkte-bundessteuer/fachinformationen/natuerliche-personen/unselbstaendige/lohnausweis-quellensteuer.html
  16. ESTV — Mehrwertsteuer auf Strom und Treibstoffe Schweiz. https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/mehrwertsteuer.html
  17. TCS Autokatalog — Tesla Model 3 Schweiz. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/autokatalog/
  18. TCS Autokatalog — BMW 3er Schweiz. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/autokatalog/
  19. TCS Autokatalog — MG4 Electric Schweiz. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/autokatalog/
  20. auto-schweiz — Marktentwicklung E-Autos Schweiz 2026. https://www.auto-schweiz.ch/de/presse/statistiken.html
  21. DAT / TCS — Restwerte gebrauchter Pkw 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/betrieb-kosten/restwert.php
  22. BloombergNEF (via The Driven) — Batteriepreise E-Autos. https://thedriven.io/2025/07/30/graph-of-the-day-evs-are-nearing-price-parity-with-petrol-and-diesel-cars/
  23. Transport & Environment / BloombergNEF — E-Autos günstiger ab 2027. https://www.transportenvironment.org/articles/evs-will-be-cheaper-than-petrol-cars-in-all-segments-by-2027-bnef-analysis-finds
  24. BEUC — E-Autos TCO-Studie Sep. 2025. https://www.beuc.eu/press-release/beuc-study-shows-electric-cars-are-good-deal-consumers
  25. auto-schweiz — Neuzulassungen Schweiz 2026. https://www.auto-schweiz.ch/de/presse/statistiken.html
  26. ACEA — Neuzulassungen April 2026 Europa. https://www.acea.auto/pc-registrations/new-car-registrations-4-2-in-april-2026-year-to-date-battery-electric-19-7-market-share/
  27. Stiftung myclimate / VCS — E-Mobilität Schweiz. https://www.myclimate.org/de/
  28. BKW MOVE / evpass / IONITY — Ladepreise Schweiz 2026. https://www.bkw.ch/de/mobilitaet/ladeinfrastruktur/oeffentlich-laden
  29. BAZG — Automobilsteuer 4 % seit 1. Januar 2024. https://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/themen/steuern-und-abgaben/automobilsteuer.html
  30. Bundesrat / UVEK — Elektromobilitäts-Massnahmen Schweiz. https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/medien/medienmitteilungen.html
  31. Comparis / TCS — Elektroauto Versicherung Schweiz 2026. https://www.comparis.ch/autoversicherung/elektroauto-versicherung
  32. Eurostat — EU-Haushaltsstrompreise 2025. https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20260505-1
  33. Sustainability (MDPI) — Energieverbrauch Elektrofahrzeuge Europa (342 Fahrzeuge). https://www.mdpi.com/2071-1050/16/17/7529
  34. TCS — Öffentliches Laden Stromkosten Schweiz 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/elektroauto-hybrid/laden-kosten.php SCH1. ElCom — Strompreise Übersicht Schweiz 2026. https://www.elcom.admin.ch/elcom/de/home/themen/strompreise/strompreisvergleich.html SCH2. TCS / Kantonale Steuerbehörden — Kantonale EV-Förderungsprogramme 2026. https://www.tcs.ch/de/tests-ratgeber/auto-motorrad/elektroauto-hybrid/foerderung-steuern.php SCH3. BAZG — Automobilsteuer: 4 % auf den Importwert seit 1. Januar 2024. https://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/themen/steuern-und-abgaben/automobilsteuer.html

© 2026 ChargeCostLab. Unabhängige Analyse der E-Auto-Betriebskosten für die Schweiz. Die Zahlen spiegeln die bis Q2 2026 verfügbaren Daten wider und ändern sich, wenn sich Tarife, Treibstoffpreise und Restwerte bewegen. Alle mit [** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] markierten Zahlen sind vor der Veröffentlichung zu verifizieren. Informativ, keine Finanzberatung. Zuletzt geprüft am 17. Juni 2026.*

Methodik & Quellen

Umfang. Ein Fünf-Jahres-Fenster über 75.000 km (15.000 km pro Jahr) für drei Antriebe in einer gängigen C-Segment-Klasse, neu gekauft, für die Schweiz gerechnet. Alle Zahlen sind Bruttowerte (inklusive Mehrwertsteuer und Abgaben), denn das ist, was ein Halter tatsächlich zahlt. Währung ist durchgehend Schweizer Franken (CHF), Strecken in Kilometern.

Was gemessen vs. berechnet ist. Die Stückpreise sind belegt und datiert: Treibstoffpreise aus TCS-Monatsauswertungen und dem Bundesamt für Energie (SFOE) 2026 [S1][S2]; der Haushaltsstrompreis aus den ElCom-Daten (nationaler Durchschnitt ~CHF 0,31/kWh 2026) [S6]; der günstige Niedertarif (Nachttarif) aus Schweizer Versorgertarifen (~CHF 0,20/kWh) [S7]; die Motorfahrzeugsteuer-Befreiung für BEV aus kantonalen Steuergesetzen [S14]; die öffentlichen DC-Ad-hoc-Preise aus den Tarifübersichten von BKW MOVE, evpass und IONITY [S28]. Jeder Fünf-Jahres-Wert, jede Zahl je 100 km und die Vergleichstabelle sind unsere eigene Berechnung aus diesen Eingaben, als solche gekennzeichnet.

Annahmen. Realer E-Auto-Verbrauch 18,5 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten (der europäische Realschnitt liegt bei 21 ± 4 kWh/100 km laut einer Studie über 342 Fahrzeuge [S33]; effiziente Kompaktwagen erreichen real eher 16–19 kWh/100 km [S8]). Benziner 6,5 l/100 km, Diesel 5,3 l/100 km als reale Verbräuche. Die Wartung nutzt die vom US DOE/Argonne und von Consumer Reports gemessene Ersparnis von ~40–50 % beim E-Auto, angewandt auf eine Schweizer Werkstattbasis [S10][S11]. Die Versicherung nutzt den 2026 noch bestehenden BEV-Aufschlag von grob 10–15 % über vergleichbaren Verbrennern [S31].

Markierte Unsicherheit. Der Restwert ist die mit Abstand volatilste Zeile und ist modelliert, nicht gemessen. Alle schweizbezogenen Marktpreise (Strom, Treibstoff, kantonale Prämien) sind mit [*** QA: Schweiz-Daten prüfen ***] markiert und vor der Veröffentlichung zu verifizieren. Die Motorfahrzeugsteuer-Freistellung gilt in den meisten Kantonen, ist jedoch kantonal unterschiedlich geregelt — die genauen Befreiungsregeln sind je Kanton zu prüfen [S14].